Pressemitteilung HU-Berlin TP2 (HU-Berlin)
Im Teilprojekt 2 des Forschungsprojekts Ko-RFID „Effiziente Kollaboration in RFID-gestützten Wertschöpfungsnetzen“ unter der Führung der Gerry Weber International AG sind neben den Praxispartnern Daimler Chrysler AG, Gustav Wellmann GmbH & Co. KG die Forschungseinrichtungen Institut für Wirtschaftsinformatik der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Bereich Logistik der Technischen Universität Berlin beteiligt. Das Ziel des zunächst für 3 Jahre geförderten Forschungszentrums liegt in der Untersuchung von Konzepten für den unternehmensübergreifenden Einsatz der RFID-Technologie in Wertschöpfungsketten, der Entwicklung spezifischen Anwendungen bzw. Prototypen und der Erstellung von Handlungsempfehlungen und Referenzmodellen, die dazu beitragen, dass insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen die komplexe RFID-Technologie zukünftig effizienter einsetzen können.
Im Rahmen dieses Teilprojektes werden Konzepte für eine anreizverträgliche Kosten-Nutzen-Aufteilung zwischen den beteiligten Partnern in einer Wertschöpfungskette untersucht. Dazu ist die Identifizierung von positiven Nutzeffekten für alle Teilnehmer des Logistiknetzwerks Voraussetzung, um darauf aufbauend z. B. Win-Win-Situationen bei der Systemnutzung zu konzipieren. Der Einsatz einer neuen Technologie erfordert eine Investitionsentscheidung bei jedem teilnehmenden Unternehmen. Sowohl die Kosten als auch die erwarteten Nutzen unterscheiden sich bei den Partnern je nach Stellung in der Logistikkette, Aufgabenumfang, Größe des Unternehmens und weiteren Faktoren.
Um eine Wirtschaftlichkeitsanalyse einer relativ neuen Technologie durchzuführen bieten sich verschiedene Arten an, den geschätzten Nutzen zu bewerten. Einerseits kann die Erfahrungen von Experten und Praktikern genutzt, andererseits können eigene Pilotprojekten bzw. Fallstudien von Erstanwendern analysiert werden. Eine weitere Alternative, mit der sich vor allem die Wissenschaftler der Humboldt-Universität zu Berlin auseinander setzten, besteht in der Erstellung von analytischen Modellen, um die Auswirkungen der RFID-Technologie auf die logistische Performance zu untersuchen.
Obwohl gerade für IT-Projekte ein relativ kurzfristiger ROI (von bis max. 3 Jahren) erwartet wird, sind bei Projekten im RFID-Umfeld kurzfristige und langfristige Nutzen zu unterscheiden. Zu den kurzfristig zu erzielenden Effekten gehören Produktivitätsvorteile, die durch Zeitersparnis auf Basis der automatischen Identifikation statt manueller Scanvorgänge erreicht werden. Insbesondere durch nicht benötigten Sichtkontakt und die Fähigkeit zur Pulkerfassung kann manuelles Handling eingeschränkt werden. Längerfristig kann durch Kollaboration (hier verstanden als die Zusammenarbeit der Unternehmen, vom Lieferanten, über Logistikdienstleister, zum Hersteller, bis in den Vertrieb, die RFID-Technologie verwenden) eine verbesserte Visibilität innerhalb der Wertschöpfungskette erreicht werden. Dabei sind insbesondere der Informationsaustausch und die Verlagerung von Entscheidungsautoritäten zwischen den beteiligten Partnern zu betrachten.
Ein zentraler Untersuchungsschwerpunkt in diesem Kontext stellt die Betrachtung potentieller Rollen der Logistikdienstleister in der unternehmensübergreifenden Zusammenarbeit dar. Eine relevante Fragestellung in dieser Hinsicht betrifft die Einsatzmöglichkeiten von speziellen IT-Dienstleistern für den Einsatz von Mehrwertdiensten (Tracking & Tracing, etc.) und den Betrieb einer unternehmensübergreifenden RFID-/IT-Infrastruktur. Dieses Teilprojekt wird in enger Kooperation mit den Branchenpartnern Gerry Weber, Wellmann und DaimlerChrysler bearbeitet.
- Dateien:
PM_TP2_01.pdf



