Presseresonanz

Erfolgsaussichten bei der RFID-Implementierung (rfid-im-blick.de)

18. April 2009

RFID im Blick, 01/2009

In den letzten Jahren wurde die RFID-Technologie in zahlreichen Pilot-Projekten erprobt, ist aber auch in ersten Unternehmen im operativen Einsatz. Diese Erfolge täuschen darüber hinweg, dass weiterhin Implementierungsprojekte scheitern oder Piloten auslaufen und nicht in einem Roll-Out münden. Es stellt sich daher die Frage nach den Einflussfaktoren einer erfolgreichen RFID-Einführung.

Durch die berührungslose Erfassung der Güterflüsse mit RFID, kann in verschiedenen Teilprozessen Arbeitszeit eingespart werden und die Prozesse lassen sich effizienter gestalten. Der eigentliche Wert der Technologie liegt aber darin, dass diese als Enabler für Transparenz im Güterfluss steht. Beispielsweise besteht bei Fehlmengen im Bekleidungshandel frühzeitig die Möglichkeit, die Verteilung auf die Verkaufsstätten neu anzupassen und zu optimieren. „Aber die Unternehmen sind bezüglich dieser Vorgehensweise erst ganz am Anfang, zu begreifen, was sie eigentlich erreichen können. Viele Unternehmen fokussieren noch zu stark einseitig auf die reinen Effizienzgewinne durch die Automatisierung des Erfassungsvorganges,“ so Stefan Vogeler, Projektleiter Ko-RFID am Bereich Logistik der TU Berlin.

Im Vordergrund steht der realisierbare Benefit

„Der Fokus in vielen Unternehmen bei der Implementierung der RFID-Technologie liegt richtigerweise zunächst auf klar messbaren Nutzenpotentialen. Schwer quantifizierbare Zusatznutzen, die sich ergeben könnten, werden zunächst nicht so stark in Betracht gezogen“, erklärt Vogeler. „Wenn das Implementierungziel erreicht wurde, sollte man sich die Frage stellen, wie diese zunächst nicht berücksichtigten Potentiale erschlossen werden können. Wichtig ist in diesem Kontext insbesondere, wie die Unternehmen von der gewonnenen Transparenz profitieren können“, so der Experte.

Der richtige Ansatz führt zum Erfolg

„Ein wesentlicher Faktor ist die Wahl der richtigen Anwendung, bei der die RFID-Technologie tatsächlich Nutzen bringen kann. Wenn man dann den Einführungsprozess ordentlich gestaltet und an klar formulierten Zielen ausrichtet, ist man auf dem richtigen Weg. Ist das Ziel erreicht, sollte eine Art kontinuierlicher Verbesserungsprozess starten, indem man analysiert, wie die gewonnenen Informationen und Daten für weitere Zwecke genutzt werden können oder auf welche Prozesse die Lösung weiter ausgedehnt werden kann“, fasst Vogeler zusammen.

Hauptanliegen der RFID-Studie

„Uns interessiert in der Studie hauptsächlich“, so Vogeler, „wie der Implementierungsstatus bei den Unternehmen ist, und welche Strategien diese bei der Implementierung von RFID anwenden. Welche Aufgaben und Tätigkeiten im Rahmen der Implementierung erfolgskritisch sind und vor allem wie die Unternehmen es schaffen, die richtigen Systempartner, vom Systemintegrator über Berater bis hin zum Hardware- Lieferanten, zu finden und auszuwählen.“ Nach der Auswertung wird das Vorgehen bei der Implementierung zwischen den Anwendern verglichen und besonders erfolgreiche Ansätze herausgearbeitet. Die Studie basiert auf einem Online-Fragebogen und wurde am 07. Oktober 2008 abgeschlossen. Insgesamt wurde ein Rücklauf von 153 Teilnehmern erreicht. 80 Prozent der befragten Anwender haben bereits Erfahrungen im Einsatz von RFID. Die Studie wird, nach Angaben von Herrn Vogeler, voraussichtlich im ersten Quartal 2009 in der „Schriftenreihe des Bereichs Logistik der Technischen Universität Berlin“ veröffentlicht.

Ko-RFID-Studie für das Jahr 2009

Gefördert vom Bundesministerum für Wirtschaft und Technologie erforscht das Ko-RFID-Konsortium aus Unternehmen und Forschungseinrichtungen seit 2006 den unternehmensübergreifenden, kollaborativen Einsatz von RFID. Projektpartner sind Gerry Weber, Daimler, Wellmann, die Reasearch-Abteilung von SAP sowie der Bereich Logistik der TU Berlin und die Institute für Wirtschaftsinformatik der HU Berlin sowie der Universität Magdeburg. Im Rahmen des Projektes führte der Bereich Logistik der TU Berlin die Studie „RFID in der Logistik - Aspekte einer erfolgreichen Einführung“ durch.

Dieser Beitrag beruht auf einem Interview mit Stefan Vogeler, Projektleiter Ko-RFID am Bereich Logistik der TU Berlin.


Von: Juliane Wellisch

Kategorie: Presseresonanz