Beschreibung

RFID-basiertes Logistik-Event-Tracking (Konzepte)

Aufgrund zunehmender Komplexität von logistischen Strukturen, steigt Störungsanfälligkeit dieser bezüglich Häufigkeit und Ausmaß. Diese Störungen bzw. Abweichungen vom Plan werden im Folgenden als Event bezeichnet. Dabei verstärkt insbesondere eine späte Reaktion auf ein Event die Höhe des Ausmaßes auf die einzelnen Partner der Supply Chain erheblich.

 

Um auf Störungen, wie Terminabweichung und Ausnahmezustände, in angemessener Weise reagieren zu können, müssen aktuelle Monitoring-Informationen über die Status der Materialflüsse erhoben („Monitor“) und den Entscheidern zugänglich gemacht („Notify“) werden. Dies ist eine der der Kernfunktionen eines Logistik-Event-Management-Systems (LEM). Zur Unterstützung der Entscheidungsträger werden mithilfe von Wissensdatenbanken, wie z.B. Steuerungskatalogen, Handlungsempfehlungen generiert. Dazu werden die Auswirkungen einzelner Steuerungsmaßnahmen simuliert („Simulate“), um zu einer adäquaten Handlungsempfehlung zu gelangen. Die Bandbreite von Handlungsmöglichkeiten erstreckt sich von steuernden Maßnahmen über die Verschiebung von Folgeprozessen bis hin zu einer Neuplanung der Prozesse.

Schließlich wird die Effektivität und Effizienz der Maßnahme kontrolliert („Control“), um die Wissensbasis des Systems weiter auszubauen und langfristiges Lernen auf allen Ebenen zu ermöglichen. Die Abbildung zeigt ein für das Projekt entwickeltes Framework, welches die Wirkungsweise eines LEM nochmals verdeutlichen soll.

Für den Erfolg eines LEM ist die Aktualität der zur Steuerung verwendeten Daten von großer Bedeutung. Das Ziel sollte sein, die relevanten Logistikdaten in Echtzeit bereitzustellen, um geeignete Reaktionsmaßnahmen mit ohne Zeitverzögerung einleiten zu können und damit die Fehlerfolgekosten zu minimieren. Diese Aktualität kann nur durch eine leistungsfähige Informations- und Kommunikationsinfrastruktur, deren Basis eine effiziente Erfassung der Daten – mittels RFID – ist, erreicht werden. Daher ist es das Ziel des Teilprojektes den Einfluss von RFID auf die Effizienz der Supply Chain Steuerung durch LEM näher zu betrachten.

Basierend auf einer Bedarfsanalyse der betrachteten Logistikprozesse sowie Erstellung entsprechender Anforderungsprofile erfolgt in Teilprojekt 6 die Erarbeitung unterschiedlicher Konzepte für ein unternehmensübergreifendes Logistik-Event-Tracking in den jeweiligen Anwendungsszenarien als Grundlage für die Realisierung der Demonstratoren im Modul 7. Im Rahmen einer Statusaufnahme werden die relevanten Lieferbeziehungen zwischen den beteiligten Kooperationspartnern (u.a. Automobilhersteller, Logistik-Dienstleister und Lieferanten) gegenübergestellt und in Modellen abgebildet, um sie nachfolgend prozess- und ablaufseitig zu analysieren.

Im Vordergrund steht dabei die Analyse der Daten- und Funktionsebenen der eingesetzten Systeme sowie der beteiligten Organisationseinheiten. Hierbei sollen verschiedene Vorgehensmodelle der Prozessmodellierung wie z.B. ereignisgesteuerte Prozessketten, unternehmensübergreifende und informationsflussorientierte Methoden zum Einsatz kommen.