Beschreibung

Standardisierung

Aufwand: TU 9 PM (Teilprojektleitung), DC 3 PM, SAP 6 PM, GW 6 PM, Wellmann 10

Auf Basis existierender Standardisierungsinitiativen und den bisherigen Projektergebnissen wird ermittelt, welche Anforderungen in Initiativen zur Förderung eines Standards bzw. einer Normung (bspw. VDA oder ISO) einzubringen sind. Hierzu werden Standardisierungsvorschläge erarbeitet. 

Update – Klassifizierung von RFID-Standards

Parallel mit der rasanten Entwicklung der RFID-Technologie, wächst ihre Bedeutung für die Logistik. Repräsentative Umfragen haben gezeigt, dass viele deutsche Manager RFID als kritisch für die strategische Entwicklung ihrer Unternehmen erachten.

Damit diese Tendenz beibehalten werden kann, kommt der Standardisierung eine besonders wichtige Rolle zu. Sie löst die bestehenden unternehmens-übergreifenden Schnittstellenprobleme und erhöht somit die Attraktivität der Technologie, die im hohen Maß von Netzeffekten profitiert. Die schnellere Verbreitung und der dadurch entstehende Wettbewerb dürften schließlich zu einer Kostensenkung führen, wodurch die Technologie auch für weitere Unternehmen interessanter wird. Umso bedauerlicher ist es, dass eine zufriedenstellende  Situation der RFID-Standardisierung derzeitig fast ausschießlich im Bereich der Technik selbst existiert, während beispielsweise die Anzahl von Anwendungsstandards als unbefriedigend zu erachten ist. Viele potentielle Anwender schrecken daher im Moment noch von einer Implementierung zurück. Dieses Problem wird durch die Unübersichtlichkeit der Standardisierungslandschaft noch verstärkt.

Um einen Überblick über die aktuelle Standardisierungssituation zu bekommen, müssen zunächst einige Grundlagen geklärt werden. 

Es ist für eine effiziente Kommunikation wichtig zu verstehen, dass sowohl die Prozesse - „Typisierung“, „Standardisierung“ und „Normung“ - als auch ihre Prozessergebnisse - „Typ“, „Standard“ und „Norm“ - zu unterscheiden sind. Während der „Typ“ eine unternehmensinterne Spezifikation darstellt, ist ein „Standard“ eine von einer Vielzahl der Marktteilnehmer akzeptierte Spezifikation („De-facto-Standard“). Die „Norm“, hat im Gegensatz zu den eher uverbindlichen Spezifikationen, einen gesetzesähnlichen Charakter („De-jure-Standard“) und ist bezüglich ihrer Entstehung („Normung“) fest geregelt. Zuständig hierfür sind bekannte Institutionen wie die ISO und das DIN.

In der Realität wird man nur sehr selten auf eine so korrekte Nutzung der Begriffe stoßen. Ausschlaggebend dafür ist u.a. die nicht vorhandene Differenzierung im Englischen.  Ein „standard“ kann sowohl eine „Norm“, als auch ein „Standard“ sein.

Ebenfalls wichtig, um ein Verständnis der Standardisierungssituation zu erlangen, ist eine zweckmäßige Systematisierung möglicher Standards. Es existieren viele Kategorisierungsvorschläge für Standards unterschiedlicher Autoren. Einige befassen sich mit Standards im Allgemeinen und andere beziehen sich speziell auf das Thema RFID. Aus den vorhandenen Ansätzen ist es möglich eine Kategorisierung abzuleiten, wie sie in der folgenden Abbildung dargestellt ist. 

Abbildung 1: Systematik zur Klassifizierung von RFID-Standards
(Abbildung Bereich Logistik, TU Berlin)

Ausblick – Nächste Schritte

Im weiteren Verlauf des Projektes werden wesentliche Standardisierungsinstitutionen und ihre Initiativen, die bereits veröffentlichen Regelungen, sowie noch bestehende Lücken in der Standardisierung der RFID-Technik identifiziert.